„Praxis mit Meerblick“: Wie Tanja Wedhorn über ihre Gute-Laune-Filme denkt

Nora Kaminski (Tanja Wedhorn) kehrt von einer Fahrrad-Tour durch Norwegen zurück nach Rügen. | ©ARD Degeto
Reif für Rügen: Serienstar Tanja Wedhorn öffnet in sechs neuen Folgen wieder ihre „Praxis mit Meerblick“ im Ersten.
Diese Frau weiß, was sie will: Mit Herz und Verstand setzt sich Ärztin Nora Kaminski auf Rügen für ihre Patienten ein – und schreckt auch vor Widerständen nicht zurück. Die Rolle der mutigen Medizinerin in „Praxis mit Meerblick“ ist ein Herzensprojekt für Schauspielerin Tanja Wedhorn. Seit 2017 läuft die erfolgreiche Reihe in der ARD, nun starten neue Folgen (ab Fr, 9. April im Ersten). „Ich kann mich noch genau erinnern, als wir 2016 den ersten Teil gedreht haben: Wir hatten eine tolle Zeit auf der Insel, obwohl es in den vier Wochen durchgehend gestürmt und geregnet hat“, sagt Wedhorn zu HÖRZU. „Natürlich haben wir damals gehofft, dass das Projekt sein Publikum finden würde – dass Nora nach zehn Jahren noch immer praktizieren darf, damit haben wir nicht gerechnet.“ Das Konzept ging auf
Gut vier Millionen Zuschauer schalten pro Folge ein
Grund genug für die ARD, aus zuletzt vier Folgen pro Jahr erstmals sechs zu machen. Auch die Produktion neuer Episoden für 2027 steht fest. „Das gibt uns natürlich Planungssicherheit. Wir können mit viel Vorlauf an Geschichten arbeiten“, sagt Wedhorn. „Ein Geschenk für alle Beteiligten, weil es mehr Ruhe und Sorgfalt in die Abläufe bringt.“ Nach all den Jahren fühlt sich auch das Team am Set wie Familie an: „Viele Teammitglieder sind seit vielen Jahren oder sogar von Anfang an dabei. Dadurch gibt es eine große Vertrautheit.“
Auch in den neuen Folgen erwartet die Fans einiges an turbulenten Geschichten – und ein Neuanfang für die Hauptfigur. „Nachdem Noras Hochzeit geplatzt ist, hat sie sechs Wochen Auszeit genommen und ist allein auf dem Rad durch Norwegen gefahren“, sagt Wedhorn. „Nach dieser Selbstfindungsphase kehrt sie nach Rügen zurück. Sehr bei sich und zuversichtlich, auch wenn der Liebeskummer natürlich noch da ist.“ Zurück auf der Insel, trifft sie auf die junge Urlauberin Pia (Klara Deutschmann, „Einfach Elli“), die sich bei einem Sturz den Arm gebrochen hat und von Nora versorgt wird. Bald steht sie allerdings mit weiteren Symptomen in der Praxis.
Für viele Fans bedeuten die Folgen eine Auszeit vom Alltag. Je mehr die reale Welt von Kriegen und Katastrophen überschattet wird, desto größer sei der Wunsch nach derlei kleinen Fluchten. „In den vergangenen Jahren wird mir vermehrt gesagt: Unsere Geschichten heben für einen Moment die Stimmung“, sagt Wedhorn. „Es ist bei Weitem nicht alles rosarot bei uns. Aber am Ende steht immer das Versprechen, dass wir füreinander da sind.“
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Mit diesem Genre sogenannter „Feelgood“-Formate hat Wedhorn Erfahrung: Einst gelang ihr mit der Telenovela „Bianca: Wege zum Glück“ (2004) der Durchbruch, es folgten Reihen wie „Reiff für die Insel“ (2012 –2015). In „Fritzie: Der Himmel muss warten“ (2020–2023) zeigte sie ihre dramatische Seite und spielte eine an Brustkrebs erkrankte Mutter. Stört sie der Fokus auf Gute-Laune-Filme? „Seit Jahren darf ich ausgesprochen emotionale Themen spielen, das macht mich glücklich. Als ich meine Schauspielausbildung machte, wäre es mein Traum gewesen, heute so gut im Geschäft zu sein. Ich bin dankbar für diese tollen Rollen und die Möglichkeit, Menschen zu unterhalten.“




