Schauspiel-Legende ist tot – er verkörperte sogar Helmut Kohl

Er spielte Bischöfe, Polizisten und sogar Helmut Kohl. Nun ist eines der bekanntesten Gesichter im deutschen Fernsehen gestorben.
München – Der Schauspieler Lambert Hamel ist am Freitag (13. Februar) im Alter von 85 Jahren gestorben. Das hat seine Familie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitgeteilt. Hamel starb demzufolge nach kurzer, schwerer Krankheit. Der gebürtige Pfälzer lebte seit Jahrzehnten in München.
TV-Legende ist tot – er spielte sogar Helmut Kohl
Er gehörte zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fernsehen. In Krimis spielte er oft den Bösewicht. Daneben war er als Polizist, Arzt, Bischof und sogar als Helmut Kohl zu sehen – in dem TV-Doku-Drama „Deutschlandspiel“ aus dem Jahr 2005.
Außerdem wirkte er im „Bergdoktor“ mit, in den ZDF-Dora-Heldt-Verfilmungen sowie in Episodenrollen beim „Tatort“, bei „Der Alte“ und „Pfarrer Braun“. Im Jahr 2019 stand er für „Und tot bist Du! Ein Schwarzwaldkrimi“ unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller vor der Kamera.
Mehr als 50 Jahre stand Hamel auch auf der Theaterbühne – vor allem in klassischen Stücken. Als seine Paraderolle gilt die des „Theatermacher“ nach Thomas Bernhard. Erfolge feierte er auch mit Stücken von Molière, Kleist, Lessing und Shakespeare.
Lambert Hamel ist tot: Er war Teil des Münchners Residenztheaters
Sein letztes festes Engagement hatte er am Münchner Residenztheater. Das teilte die Bühne mit.
Staatsintendant Andreas Beck würdigte den Verstorbenen mit bewegenden Worten. „Lambert Hamel war ein ganz Großer des Münchner Theaters und unserer Kunst. […] Danke, Lambert Hamel, ich danke Ihnen mit Ihrem Publikum so sehr für so vieles!“
Hamel studierte Theaterwissenschaft und Philosophie und besuchte die Bochumer Schauspielschule. Noch während der Ausbildung holte ihn das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Seine Karriere führte ihn von Bochum über Köln bis nach München.
Lambert Hamel liebte die Schauspielerei: „Die Bühne heilt“
Hamels Vater war von der Berufswahl seines Sohnes nicht begeistert. „Werdet mal was, damit Ihr den Hungerleider durchfüttern könnt“, sagte dieser einst zu Hammels Schwestern, wie der Schauspieler mal in einem Interview preisgab. Das habe ihn nur zusätzlich angespornt, erzählte Lambert Hamel in Interviews.
Das Theaterspielen empfand er als großes Glück. „Die Bühne heilt. Wenn ich in der Garderobe bin und dann auf die Bühne gehe, ist alles gut. Die Aufregung, das Adrenalin – das motiviert“, sagte er.
Am Ende blickte er froh auf seine Karriere zurück. „Ich wäre nicht gerne auf einen Typen festgelegt“, sagte er – und bewies das mit jeder neuen Rolle. dpa/bearbeitet von Julian Kaiser




