Vor seinem Tod: Uwe Kockisch schockierte alle mit den Namen in seinem Testament

Uwe Kckisch war nie jemand, der im Mittelpunkt stehen wollte. Er lebte ein ruhiges Leben, arbeitete fleißig und verließ Feiern früher als die meisten anderen. Als nach seinem Tod die Nachricht von seinem Testament die Runde machte, ahnte daher niemand, dass dieser stille Mann alle überraschen würde, nicht wegen des Wertes seines Nachlasses, sondern wegen der Namen, die er darin nannte. Die Testamentseröffnung fand in einem kleinen düsteren Raum statt. Die Atmosphäre war bedrückend. Der Anwalt der Familie öffnete eine
dicke Akte, seine Stimme ruhig, als wolle er den Anschein von Normalität waren. Doch schon mit den ersten Zeilen war diese Normalität dahin, denn Uwe begann nicht mit nahen Verwandten oder bekannten Kollegen. Er begann mit einem Namen, den fast niemand im Raum kannte, Karl Mertens. Der Anwalt blickte auf und erklärte langsam: Karl war der Mechaniker, der in einer kleinen Werkstatt am Stadtrand gearbeitet hatte. Dort hatte Uwe vor über 40 Jahren halt gemacht, als sein alter Wagen auf einer nächtlichen Fahrt eine Panne hatte.
Karl hatte den Wagen nicht nur kostenlos repariert, sondern Uwe auch Schutz vor dem starken Regen gewährt. In seinem Testament hinterließ Uwe Karl genug Geld, damit der alte Mechaniker seinen Ruhestand sorgenfrei genießen konnte. Ein leises Raunen ging durch den Raum, doch das war erst der Anfang. Der zweite Name, der verlesen wurde, war Elena Wager, eine Frau, die in einer abgelegenen Küstenstadt lebte. Keine Schauspielerin, keine Künstlerin. Laut seinem Testament vermachte Uwe ihr das kleine Haus, in dem er mehrere lange
Sommer verbracht hatte. Elena war die Nachbarin, die ihm in der schwersten Zeit seines Lebens jeden Abend gekocht hatte, als ein Misserfolg dem anderen folgte und er kurz davor war, alles aufzugeben. “Sie hat mich gerettet, ohne es zu wissen”, schrieb Uwe in der beigefügten Notiz. nicht mit Ratschlägen, sondern mit ihrer Anwesenheit. Inzwischen begriffen viele, dass dies kein gewöhnliches Testament war. Es war eher ein Tagebuch, geschrieben in Namen. Der nächste Name ließ einige im Raum den
Atem anhalten. Jonas Richter. Jonas war einst ein junger, talentierter, aber impulsiver Schauspieler, der nach einem schweren Fehler von einem großen Projekt geflogen war. Es war Uwe, der damals das letzte Wort hatte, der Jonas verteidigte und ihm eine zweite Chance gab. In seinem Testament vermachte Uwe Jonas seine gesamte Privatbibliothek und fügte eine kurze Botschaft hinzu. “Glaube niemals, dass ein einziger Fehler einen Menschen definiert.” Jonas senkte den Kopf. Tränen rannen ihm
lautlos über die Wangen. Er war sich nie sicher gewesen, ob Uwe wirklich so sehr an ihn glaubte. Dann fiel ein weiterer Name, der den Raum in absolute Stille versinken ließ. M Kckisch. Niemand hatte diesen Nachnamen je zuvor gehört. M war weder seine Frau noch seine Tochter. Sie tauchte auch in keinem öffentlichen Register auf. Sein Anwalt erklärte, Martha sei Uwes Halbschwester, die er in seinem Leben nur dreimal getroffen hatte. In seinem Testament hinterließ Uwe Mata einen handgeschriebenen Brief. Niemand
las ihn laut vor, doch sein Anwalt sagte, dass der Brief gemäß Uwes Wunsch nur Martha übergeben und sein Inhalt nicht veröffentlicht worden sei. Diese Geste rätselte viele mehr als das Erbe selbst. Uwe schien bis zum Schluss einen Teil seines Privatlebens schützen zu wollen. Doch damit war die Liste noch nicht zu Ende. Uwe erwähnte auch eine kleine Kunstschule, an der er als junger Mann abgelehnt worden war. Er hinterließ einen Geldbetrag, um Stipendien für Studenten einzurichten, die unvollkommen waren, aber nicht
Aufgaben. Eine Entscheidung, die viele berührte, denn sie zeigte, dass er der Vergangenheit nicht nachtrug. Im Gegenteil, er war dankbar für die Türen, die sich ihm verschlossen hatten. Schließlich verlas der Anwalt den Namen des letzten Erben, einen Namen, der allen vertraut war. Uwe Kokisch selbst. Nicht im juristischen Sinne, sondern symbolisch. Im letzten Teil seines Testaments schrieb Uwe, dass seine Asche in kleine Portionen aufgeteilt und an Orten verstreut werden solle, die mit dem genannten Namen verbunden sein.
“Kein Denkmal, kein großer Grabstein. Ich habe vielen Orten gehört”, schrieb er, “Ich möchte zu jedem Abschnitt meines Lebens zurückkehren.” Als die Testamentsverlesung beendet war, verließ niemand eilig den Raum. Alle saßen schweigend da, jeder in seine eigenen Gedanken versunken. Ihnen wurde klar, dass Uwe das Testament nicht genutzt hatte, um sein Vermögen aufzuteilen, sondern um sein Leben so ehrlich wie möglich zu erzählen. Diese Namen waren nicht zufällig. Es waren gewöhnliche Menschen, scheinbar
unbedeutende Momente, die seinen Weg im Stillen geprägt hatten. Uwe wollte nicht nur als berühmter Künstler in Erinnerung bleiben, er wollte als jemand in Erinnerung bleiben, der gelebt, empfangen und gegeben hatte. Einige Tage später berichtete die Presse. Doch statt Kontroversen, statt reißerischer Schlagzeilen zeugten die meisten Artikel von Überraschung und Respekt. Man sagte, Uwe Kokisch habe eine letzte Lektion hinterlassen. Das wahre Vermächtnis eines Menschen liegt nicht in seinem Besitz, sondern in den Namen,
an die er sich zu erinnern wagt und die er wertschätzt. Und vielleicht war es das, was sein Testament zu seiner letzten Performance machte. stiller, tiefgründiger und eindringlicher als alle seine anderen Werke.




