„Manuela Lukaschenko!” : AfD-Kandidat vergleicht Schwesig mit Diktator

Ex-Bundesfamilienministerin und amtierende Regierungschefin in Meck-Pomm: Manuela Schwesig (51, SPD)

Ex-Bundesfamilienministerin und amtierende Regierungschefin in Meck-Pomm: Manuela Schwesig (51, SPD)

Foto: Elisa Schu/dpa

Schwerin – Perfide Attacke auf die Ex-Bundesministerin und amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (51, SPD) beim AfD-Landesparteitag in Mecklenburg-Vorpommern!

In einer Rede verglich AfD-Kandidat Robert Schnell (38, Ex-Vorstands-Mitglied der AFD-Jugend), die Meck-Pomm-Chefin mit Putin-Freund und Belarus-Diktator Alexander Lukaschenko (71).

AfD-Kandidat Schnell polterte in die Menge: „Eine Ministerpräsidentin, die der Opposition vorschreiben will, wie viele Menschen zu einer Demonstration gehen dürfen, sollte als Propaganda-Ministerin – und da passt der Name Manuela Lukaschenko besser – nach Minsk gehen. Denn ich glaube, der Lukaschenko sucht da noch ein paar Leute. Dann müssen wir sie hier nicht mehr ertragen.“

Bei seinen Parteifreunden kam die Rede gut an, im Anschluss wurde der Landwirt und Fraktions-Chef des AfD-Kreisverbands Mecklenburgische Seenplatte mit 169 Ja-Stimmen von den 250 AfD-Mitgliedern auf den aussichtsreichen Listenplatz 9 gewählt.

Der belarussische Präsidenten Alexander Lukaschenko (71, l.) mit Russland-Diktator Wladimir Putin (73)

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko (71, l.) mit Russland-Diktator Wladimir Putin (73)

Foto: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Wie reagiert die SPD? Landes-Generalsekretär Julian Barlen zu BILD: „Das ist kein Ausrutscher, sondern Ausdruck des politischen Kerns dieser Partei. Rassistische und volksverhetzende Aussagen sowie üble Beleidigungen gegenüber der Ministerpräsidentin gehören für die AfD offenkundig zum normalen Repertoire.“ Der Vergleich einer demokratisch gewählten Ministerpräsidentin mit einem Diktator überschreite jede politische Grenze.

Hintergrund: Auf dem AfD-Landesparteitag blieb es nicht beim Diktator-Vergleich. Tommy Thormann (Listenplatz 16) schrie: „Es ist okay, weiß zu sein!“ Damit spielte er auf ein Foto in den sozialen Medien an, auf dem er mit einem Weltkriegsstahlhelm und einem T-Shirt mit dieser Aufschrift zu sehen ist. Der zum Spitzenkandidaten gewählte Enrico Schult bezeichnete Friedrich Merz (70, CDU) als „Pinocchio-Kanzler“. Sein in der Kampfabstimmung gescheiterter Rivale Nikolaus Kramer schimpfte in Bezug auf öffentliche Plätze über „Sammelstellen für Messerfachkräfte“.

Kresifraktions-Chef Robert Schnell (38) saß im Bundesvorstand der ehemaligen AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA)

Kresifraktions-Chef Robert Schnell (38) saß im Bundesvorstand der ehemaligen AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA)

Foto: Robert Schnell – AfD/Facebook

Die AfD stellt beim Landesparteitag am Samstag und Sonntag in Neubrandenburg insgesamt 50 Kandidaten auf, um sich für den Fall der Machtübernahme zu wappnen. Denn: Wenn die Partei Minister und Staatssekretäre ernennen muss, brauche es Nachrücker für den Landtag, heißt es.

In Umfragen kratzt die AfD in Meck-Pomm an der 40-Prozent-Marke, lag zuletzt bei 38 Prozent. Deutlich vor der SPD (19), die das Bundesland seit 27 Jahren regiert. Die AfD würde ihr Ergebnis von der Wahl vor fünf Jahren verdoppeln, die SPD auf die Hälfte schrumpfen. Noch weiter abgeschlagen: CDU (13), Linke (12), BSW (7) und Grüne (5).

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