Fünf Klinik-Mitarbeiter unter Verdacht : Antonella (50) und Sara (15) tot nach Weihnachtsessen

Krankenhaus soll Familie trotz Symptomen nach Hause geschickt haben

Ein Familienfoto aus glücklicheren Tagen: Antonella (†50) und ihre Tochter Sara (†15, vorn auf dem Foto) starben wenige Stunden nach einem Weihnachtsessen – offenbar an einer Vergiftung

Ein Familienfoto aus glücklicheren Tagen: Antonella (†50) und ihre Tochter Sara (†15, vorn auf dem Foto) starben wenige Stunden nach einem Weihnachtsessen – offenbar an einer Vergiftung

Foto: ROPI

Campobasso (Italien) – Sie genossen zusammen das Weihnachtsessen. Nur Stunden später waren zwei Mitglieder der vierköpfigen Familie tot. Mutter (50) und Tochter (15) sollen an einer Lebensmittelvergiftung gestorben sein. Der Vater liegt im Krankenhaus. Unvorstellbar: Klinik-Mitarbeiter sollen die Frauen trotz ihrer schweren Symptome nach Hause geschickt haben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in dem Fall.

Die Ermittlungen richten sich gegen fünf Klinik-Mitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Im Fokus stehen Mediziner, die die Familie zuvor behandelt hatten. Trotz schwerer Symptome wurden Mutter Antonella und Tochter Sara laut italienischen Medienberichten zweimal aus der Notaufnahme nach Hause geschickt.

Obduktion soll Antworten liefern

Nach aktuellen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einer schweren Vergiftung aus. Mediziner vermuten eine toxische Reaktion mit raschem Organversagen, die innerhalb weniger Stunden tödlich verlief. Eine Obduktion wurde angeordnet. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Im Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso sollen die Mutter und die Tochter zweimal nach Hause geschickt worden sein

Im Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso sollen die Mutter und die Tochter zweimal nach Hause geschickt worden sein

Foto: Privat

Lebensmittel werden untersucht

Die Polizei beschlagnahmte inzwischen Lebensmittel aus dem Haus der Familie in Campobasso in der Region Molise (Italien): Muscheln und Meeresfrüchte sowie Fisch und Pilze. Auch Essensreste im Müll sammelten die Ermittler ein. Alle Proben werden laut Medienberichten derzeit im staatlichen Institut für Lebensmittel- und Toxikologie untersucht. Ob Fisch, Pilze oder ein anderer Stoff die Vergiftung ausgelöst haben, ist noch unklar.

Vater noch immer in Klinik

Der Vater der Familie wird weiterhin im Spallanzani-Krankenhaus in Rom behandelt. Laut Klinik ist er wach und in stabilem Zustand, steht aber unter enger medizinischer Beobachtung. Weitere Details zu seinem Gesundheitszustand wurden nicht bekannt gegeben.

Nur die ältere Tochter der Familie blieb symptomfrei. Nach Angaben der italienischen Ermittler hatte sie offenbar nicht an dem Weihnachtsessen teilgenommen.

Hätte die Tragödie verhindert werden können?

Die Staatsanwaltschaft will nun klären, ob Warnsignale übersehen wurden, ob Behandlungsfehler vorliegen und ob eine frühere stationäre Aufnahme den Tod hätte verhindern können. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

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