„Was verschweigt sie? Ex-Freundin des Vaters hatte offenbar weiter Kontakt zu Fabian – trotz Trennung!

Eine Frau sitzt wegen dringenden Mordverdachts am kleinen Fabian (8) in U-Haft. Das getötete Kind soll einen guten Draht zur Tatverdächtigen gehabt haben.

Rostock – Am 10. Oktober verschwindet der achtjährige Fabian aus Güstrow spurlos. Die Suche nach dem vermissten Jungen dauert nicht lange. Binnen weniger Tage wird seine Leiche gefunden – ausgerechnet von der Ex-Freundin seines Vaters. Mehrere Wochen halten sich die Ermittler weitestgehend bedeckt, informieren die Öffentlichkeit nur sparsam über den Stand der Ermittlungen.

Fabian Güstrow tot Kinde getötet Tatverdächtige festgenommen
Eine Tatverdächtige im Mordfall Fabian (8) sitzt in U-Haft. Es soll sich um die Ex-Freundin (29) vom Vater des getöteten Kindes handeln. (Collage) © Philip Dulian/dpa

In der ersten Novemberwoche dann der Durchbruch: nach einer öffentlichkeitswirksamen Ausstrahlung in der TV-Sendung Aktenzeichen „XY“ rückt die Polizei am Donnerstag (6. November) zu neuen Durchsuchungen aus. Es folgt eine Festnahme. Offizielle Informationen zur Identität der Tatverdächtigen gibt es zunächst nicht. Laut Medienberichten soll es sich aber um die Ex (29) von Fabians Vater handeln. Die Mutter des Opfers zeigte sich nach der Festnahme bestürzt, aber nicht sonderlich überrascht darüber. Das gesteht nun ihre Anwältin.

Fall Fabian aus Güstrow: Mutter nach Festnahme bestürzt, hegte jedoch zuvor konkreten Verdacht

„Vor allem ist da Bestürzung darüber, dass meine Mandantin die Beschuldigte kennt“, schildert Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., im Gespräch mit der Bild den Gemütszustand ihrer Mandantin. Schon kurz nach dem Fund von Fabians Leiche durch die Ex-Freundin seines Vaters, wandten sich Bekannte, Verwandte und die Mutter an die Öffentlichkeit: Die ehemalige Lebensgefährtin hatte am 14. Oktober die verbrannte Kinderleiche an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden und die Polizei alarmiert. Ein Zufall, der der Familie von Anfang an seltsam vorkam.

Die Festnahme am 6. November überraschte Fabians Mutter laut ihrer Anwältin deshalb nicht. Als „klar wurde, wer das getötete Kind und vor allem wo und welchen Umständen gefunden hat“, habe Dorina L. bereits einen Verdacht gehegt, sagt Habetha zu RTL. Die Staatsanwaltschaft hat zwar eine Festnahme bestätigt, jedoch nicht, dass es sich bei der Frau um die Ex-Freundin handele. Ein ehemaliger Profiler kritisierte diese Geheimhaltung. Nach Informationen von Spiegel und RTL soll es sich bei der Tatverdächtigen jedoch tatsächlich um die 29-Jährige handeln.

„Eine Art zweites Zuhause“ – Fabian kannte Tatverdächtige wohl gut

Die junge Frau sei vier Jahre lang mit Fabians Vater liiert gewesen. Auch nach der Trennung vor wenigen Monaten habe es weiter Kontakt gegeben, sagt die Anwältin zu RTL. Mit Kindern in der Nachbarschaft habe Fabian öfters gespielt, bei der Ex-Freundin seines Vaters habe er sich demnach wohlgefühlt. „Sonst hätte die Mutter es gar nicht veranlasst, dass sie Umgang mit dem Kind haben darf“, so Habetha gegenüber Bild.

Obwohl die Festnahme laut Habetha für Fabians Mutter auch mit einer gewissen Erleichterung einherging, bleiben schmerzhafte Fragen vorerst unbeantwortet: „Hat er viel gelitten, hat er sich gequält, hat er geschrien, hat er sich vielleicht gewehrt?“ – diese Gedanken quälen Mutter Dorina momentan, wie ihre Anwältin berichtet.

Einsicht in die Akten hatten die Mutter und ihr Rechtsbeistand bisher nicht. Man warte noch auf die Auswertung aller Spuren. Ihnen sei jedoch laut Bild-Informationen bekannt, was den Ermittlern Anlass zum dringenden Tatverdacht gegeben habe. Derzeit stützt sich die Beweislage nach Angaben der Ermittler auf Indizien. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. (Quelle: Bild, RTL) (jm)

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