„Komm nach Hause!“ Mutter fleht nach vermisstem Sohn
Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) – Tränen, Hoffnung, Angst – seit Tagen fragt sich Dorina L. verzweifelt: Wo ist mein Kind? Der achtjährige Fabian aus Güstrow ist am Freitag verschwunden. Ein Albtraum für die Mutter!
Unter Tränen wendet sich Dorina L. jetzt in einem Video an ihren: „Fabian, komm bitte nach Hause zu Mama! Mama möchte nur, dass du nach Hause kommst. Mama möchte dich wieder in den Arm nehmen und mit dir kuscheln. Bitte komm nach Hause, dir ist keiner böse. Komm einfach nach Hause …“
Nach 18 Sekunden muss die Mutter die Aufnahme abbrechen. Sie hat keine Kraft mehr, eine Freundin ist an ihrer Seite, spendet ihr Trost.
Die Polizei verteilt in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) Suchplakate
„Er würde niemals ohne Handy aus dem Haus gehen“
Fabian und seine Mutter haben ein inniges Verhältnis. Aus der Familie heißt es, Fabian sei ein vorsichtiger Junge, der immer erst frage, bevor er etwas tue. Dass er einfach verschwindet – unvorstellbar. „Er würde niemals ohne Handy aus dem Haus gehen“, sagt die Mutter.
Ein Hund einer Rettungshundestaffel sucht zusammen mit Einsatzkräften die Umgebung von Güstrow ab
Auch das Verhältnis zu seinem Vater gilt als gut. Erst seit Kurzem haben beide wieder regelmäßigen Kontakt, die Eltern verstehen sich. Zunächst wurde vermutet, dass Fabian möglicherweise in den Bus nach Zehna (Mecklenburg-Vorpommern) gestiegen ist, um zum Vater zu fahren. Doch seine Familie ist überzeugt, dass er nie allein in den Bus steigen würde.
Hundertschaft, Hunde, Hubschrauber suchen Fabian
Seit Freitag sucht die Polizei nach dem 8-jährigen Fabian. Mehr als 100 Beamte, Spürhunde, ein Hubschrauber – jeder Stein wird umgedreht. Am Sonntag kontrollierten Suchtrupps Häuser, Hinterhöfe und Straßen in Güstrow. Sie befragten Anwohner, werteten Videomaterial aus Bussen und Überwachungskameras aus.
Solche auffälligen Turnschuhe soll der vermisste Junge tragen
Zwei Spürhunde hatten die Polizei zunächst bis zum Omnibusbahnhof von Güstrow geführt, dann verlor sich die Spur. In der Nähe von Zehna nahm ein Hund noch einmal Witterung auf – im Wald, wo sich die Fährte dann verlor. Ob die Spur aktuell war, ist unklar. „Wir drehen jeden Stein um“, sagt eine Polizeisprecherin. Bislang gebe es aber „keine Hinweise auf eine Straftat.“
Doch mit jeder Stunde wächst die Sorge. Die Nächte sind kühl, die Temperaturen sinken auf sieben Grad. Die Zeit drängt. Am Wochenende wurde auch Fabians Schule durchsucht – ohne Ergebnis. Ab Montag sollen Schulpsychologen den Mitschülern beistehen.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas gesehen hat, soll sich melden. Jeder Anruf könnte entscheidend sein. Tel. 03843/2660 oder jede andere Polizeidienststelle.





